
Der Einmarsch der Truppen Napoleons führte zwar im Ort selbst zu keinen größeren Zerstörungen doch hatten die Bewohner unter Plünderungen und der Überbelegung mit französischen Soldaten zu leiden. Die Bauern hatten obendrein durch Monate hindurch Futter für die Pferde und Verpflegung für die Truppen beizustellen.
Schon 1805/1806 scheint Tattendorf unter den Orten des Stiftes Klosterneuburg auf, die am meisten unter der Besatzung leiden mußten. Im Ort waren insgesamt 8001 Mann und 1586 Pferde einquartiert.
Vom 27.Juni bis 7.Juli 1809 waren abermals französiche Verbände in einer Stärke von 1500 Mann und 200 Pferden in Tattendorf eingelagert. Die Tattendorfer baten ihren Grundherren, das Stift Klosterneuburg um Hilfe, da ihnen die "abmarschierenden französischen Kriegsvölker nicht nur alles Ihrige Verzöhrt, in häuser alles zerschlagen, verwiestet und aus lauter verübten Mutwillen verprennt, sondern auch sogar in Veldt die Wisen abgehalten, abgemäht und verfüttert" haben. Zur Abwehr der Franzosen wurde 1809 die noch heute bestehende Burschenschaft "Eintracht" Tattendorf gegründet.

Der Übergang ins Industriezeitalter zu Beginn des 19.Jhdt`s. hatte auch vor Tattendorf nicht halt gemacht. Von 1825 - 1828 erbaute Franz Girardoni eine Spinnfabrik an einem von der Triesting abgeleiteten Werkskanal.
1853 kam in einem Konkursverfahren der Betrieb an Theodor Dumba. Die Erweiterung des Ortes und der Anstieg der Bevölkerungszahl nahm damit weiter zu und zeigte im Jahre 1831 einen Stand von 66 Häusern und bereits 645 Einwohnern. Der prozentuelle Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten Bevölkerung beginnt abzunehmen. Mit der Aufhebung der Grundherrschaften im Jahre 1848 wurden massive soziale und rechtliche Umwälzungen eingeleitet. Mehr als sieben Jahrhunderte lang war das Schicksal der Ortsbewohner Tattendorfs eng an die Interessen ihres Grundherrn, dem Stift Klosterneuburg gebunden gewesen. Zusätzlich zur persönlichen Freiheit verschafften die Reformen von 1848 den Bauern von Tattendorf nun auch Eigentum an den Gütern, die sie bis dahin als "Untertanen" nur bewirtschaften durften. Haus und Grundstücke, die bisher eine Einheit bildeten, konnten nun nach freiem Ermessen des Besitzers und unabhängig voneinander vererbt oder gegebenenfalls veräußert werden. Die Rechte der Grundobrigkeit bezüglich der Verwaltung gingen auf die staatlichen Verwaltungsbehörden bzw. auf die spätere Gemeinde Tattendorf über.
Hatte das provisorische Gemeindegesetz von 1849 noch die Bildung einer Ortsgemeinde Oberwaltersdorf - bestehend aus dem Ortsteilen Oberwaltersdorf, Trumau und Tattendorf vorgeschlagen, so kam es schließlich 1850 doch zur Konstituierung einer eingeständigen Gemeinde Tattendorf.
Am 5.Oktober 1872 wurde die Schule in der Badener Straße Nr. 8 eröffnet, da das alte Schulgebäude in der Kirchengasse Nr. 2 nicht mehr den Anforderungen entsprach. Das Haus wurde von Herrn Nikolaus Dumba um 8.500 Gulden gekauft , der Gemeinde aber nur um 5.500 Gulden weitergegeben. Als neuer Lehrer wurde Philipp Nowotny vorgestellt. Er löste Herrn Anton Ertl ab, welcher zuvor am 18.Februar 1872 das silberne Verdienstkreuz mit Krone verliehen bekam. Der Schullehrer hatte im September 1871 sein fünfzigstes Jahr im Lehrerfach vollendet. Sein Vater Josef Ertl hatte den Schuldienst im Jahre 1801 übernommen. Beide zusammen dienten somit 71 Jahre der hiesigen Schule. Der früheste Hinweis auf eine Schule in Tattendorf findet sich mit der Nennung des Schulmeisters Christoph Nestinger anno 1672. 1758 wird uns mit dem Schulmeister Raymund Krenn abermals ein Lehrer namentlich genannt. Er wirkte auch noch 1778 als es im Ort 64 Kinder im schulfähigem Alter gab, von denen jedoch trotz Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1774 nur 40 die Schule besuchten. Als Schulgebäude diente damals das Haus in der Kirchengasse Nr. 2 zwischen Pfarrhof und Kirche gelegen. Nach dem Ankauf des neuen Schulhauses 1872 wurde das Haus vorübergehend als Armenhaus genutzt. Da das Schulhaus in der Badener Straße Nr. 8 klein, die Schulräume feucht und niedrig waren, wurde anfangs August 1884 in der ehemaligen Obstbaumschule hinter dem Schulgebäude zu einem Neubau geschritten.
Im Jahre 1889 kaufte Frl. Irene Dumba ein neues Armenhaus und übernahm dafür das alte in der Kirchengasse Nr. 2, welches sie zu einem Kindergarten umbauen ließ, welcher am 10.Jänner 1892 eingeweiht wurde. Als Kindergärtnerin wurde die Klosterschwester Beatrix Mach angestellt. Sie wirkte hier bis zu ihrem Tod am 8.Juli 1915. Erhalten wurde der Kindergarten von Frl. Irene Dumba.

Am 29.August 1888 wurde von einer Kommission das Vorhandensein der Reblaus konstatiert. Sie hatte sich von Amerika über Frankreich kommend, von Klosterneuburg her, über alle Weinbaugebiete ausgebreitet und die Kulturen vernichtet. Die Weingärten Tattendorfs befanden sich bis dahin ausschließlich im Gebiet "Hinter der Kirche". Die Flurbezeichnungen "Bergrechtsgründ" und "Neusatz" erinnern noch heute daran. Erst nach der Reblaus verlagerten sich die Auspflanzungen in den Bereich der heutigen Bestände. 1896 betrug dabei die Weingartenfläche ganze 26 ha.
In Hinsicht auf eine zeitgemäße Bewirtschaftung ihrer, durch Teilung verkleinerten, oft verstreut liegenden landwirtschaftlichen Flächen, haben im Jahre 1895 67 von 117 in Betracht kommende Grundbesitzer den Antrag auf Einleitung eines Verfahrens zur Zusammenlegung (Kommassierung) ihrer Grundstücke in Tattendorf gestellt. Eine hierauf von Gegnern initiierte heftige Gegenagitation konnte zwar für viele Jahre die Durchführung des Vorhabens verzögern, vermochte jedoch, bei wachsender Erkenntnis der sich darbietenden Vorteile, den Zug der Zeit nicht aufzuhalten, sodaß das Verfahren letztlich 1911 wieder aufgenommen und 1930 endlich abgeschlossen wurde.
Zur gleichen Zeit brachte der 1. Weltkrieg eine jähe Unterbrechung der ruhigen Entwicklung Tattendorfs und es gelangte auch unser Ort in den Bann des Krieges. Am 13. und 14. November 1916 wurden aus Mangel an Rohstoffen vom Kirchturm sogar die große und kleine Glocke bei der Metallsammlung abgenommen. Dieselben wurden im Jahre 1873 vom Stift Klosterneuburg angeschafft, nachdem die alten Glocken beim Brand im Jahre 1873 vom Turm abgeschmolzen waren. Mit insgesamt 24 Gefallenen bzw. Vermißten hatte die Ortsbevölkerung auch einen hohen Blutzoll geleistet. Der mit dem Krieg einhergehende allgemeine wirtschaftliche Niedergang führte auch hier zu Not und Armut. Dazu kamen in der Zwischenkriegszeit, wie überall im Lande die Zwistigkeiten zwischen den Verbänden der politischen Parteien. Sie erreichten im Februar 1934 mit der Gefangennahme der örtlichen Führer der sozialdemokratischen Partei und des Republikanischen Schutzbundes und Einlieferung ins Kreis- bzw. Landesgericht ihren Höhepunkt.
Unmittelbar nach der Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland im Jahre 1938 (lediglich 3 Wähler stimmten mit nein) wurde der Gemeinderat neu besetzt und von der NSDAP ein neuer Bürgermeister bestellt. Abgesehen von der trauigen politischen Entwicklung die im Lande um sich gegriffen hatte, stellt der 2. Weltkrieg auch menschlich eine der leidvollsten Epochen der Ortsgeschichte dar. Die Bevölkerung mußte nicht nur um die zur Wehrmacht eingezogenen Soldaten an der Front bangen, sondern auch um ihr eigenes Leben. Als Mitte 1943 allierte Flieger begannen Wr.Neustadt zu bombardieren kam es immer wieder vor, daß die Bomberstaffeln ihre todbringende Last auch in anderen Gebieten abluden. Am 12.April 1944 wurde auch Tattendorf erstmals getroffen. Es gab drei Tote, größeren Sachschaden im Lerchenfeld und einen Brand in der Mühle, wo das Lagerhaus ausbrannte.Schon am 23.April 1944 folgte ein weiterer Angriff auf den Ort. In mehreren Häusern entstanden Brände. Ein Großfeuer gab es im Heeresfuttermittellager (ehem. Spinnfabrik) welches vollständig ausbrannte. Größere Sachschäden entstanden im Westen und Osten des Ortes. Menschenleben waren zum Glück nicht zu beklagen. Schwere Bomben fielen auf den Fluren gegen Pottendorf und Kottingbrunn (viele Bombentrichter in den Weingärten). Die 3. Bombardierung erlebte der Ort am 26.Juli 1944. Diesmal wurden über 400 Splitterbomben über Tattendorf abgeworfen. Es gab mehrere Feuer und kleinere Brände die aber rasch erstickt werden konnten. Besondere Schäden gab es im Unterort wo das Gemeindehaus mehrere Treffer erhielt, sowie die Schule durch Bombensplitter beschädigt wurde.Mit der Folge nahmen die Fliegeralarme an Häufigkeit zu und der Gang in die Luftschutzkeller wurde zum Alltag.
Gegen Ende Oktober 1944 setzte der Flüchtlingsstrom aus dem Südosten ein. Deutsche Trecks rollten scheinbar unaufhaltsam durch Tattendorf. Ein Teil des Schulgebäudes wurde als Auffanglager eingerichtet und zur Nächtigung genützt. Die Front rückte immer näher und erreichte Tattendorf in der Nacht vom 2. auf den 3.April 1945. Zuvor noch sprengte die deutsche SS zahlreiche Anlagen in der nächsten Umgebung von Tattendorf. Leider fielen auch drei Betonbrücken unseres Ortes diesen unsinnigen Zerstörungen zum Opfer. Aus Tattendorf sind 66 Familien bzw. Einzelpersonen geflüchtet, 110 ausländische Landarbeiter verliesen unseren Ort und zogen wieder in ihre Heimat. 42 Burschen und Männer Tattendorfs hatten in diesem Krieg ihr Leben auf dem Schlachtfeld gelassen oder blieben vermißt. Viele Soldaten kehrten mit Kriegsverletzungen zurück oder mußten viele Jahre in die Kriegsgefangenschaft.
Die Front ist durch Tattendorf durchgezogen mit all ihren Folgeerscheinungen. Am 3.April 1945 kam der Ortspfarrer Alois Kremar durch zwei Schüsse ums Leben, als er das Eindringen von russischen Soldaten in den Keller des Pfarrhofes - wo sich Frauen verborgen hielten - verhindern wollte. Ansonst war im Ort kein Widerstand. Ein allgemeines Plündern begann. Junge Mädchen und Frauen mußten sich tagelang verstecken um den Russen zu entgehen. Die Rote Armee zog im Ort ein, zeitweise waren bis zu 780 russische Soldaten hier einquartiert. Am 29.08.1945 wurde Tattendorf der Kommandatur Bad Vöslau zugeteilt. 
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