
Die Gründung des Ortes Tattendorf wird man wohl um die Mitte des 11. Jhdt´s ansetzen können - gelangte doch im Jahre 1035 der Gebietsstreifen zwischen der Triesting und der Piesting an die Babenberger. Zur Stärkung der Grenze gegen die Magyaren und zur Festigung des Besitzanspruches wurde das eroberte Land in planmäßiger Weise verteilt, kolonisiert und rasch urbar gemacht. Dabei waren es vor allem die Franken die sich in unserem Gebiet ansiedelten und so das fränkische Element der Landnahme tonangebend machten. Dies veranschaulicht sich deutlich in der Verdrängung des bayrischen Einzelhofsystems durch die fränkische Siedlungsform der dorfmäßigen Ansiedlung, sowie generell in der Bezeichnung der neu entstandenen Siedlungen mit "-dorf".
Leider sind uns aus jener Zeit nur wenige Nachrichten überliefert. So sind für Tattendorf die Personen, die das Gründungswerk leiteten - mit Ausnahme des Hinweises auf den Personennamen "Tato" - unbekannt und auch diejenigen die es ausführten, sind namenlos untergegangen. Die älteste urkundliche Nennung des Ortes findet sich im Traditionskodex des Stiftes Klosterneuburg und ist mit dem Jahre 1114 datiert. Es handelt sich dabei um die Aufzeichnung einer Schenkung des Erchenberts von Gars. Als Zeuge dafür ist unter anderem auch "Adaloldus de Tatindorf" verzeichnet. Aufgrund der Stellung des Namens in der genannten Urkunde und des eher seltenen Auftretens dieses Namens vermutet man Adaloldus de Tatindorf dem Geschlecht der Kuenringer zugehörig der u.a. in Tattendorf begütert war und sich nach dem Ort benannte. Weiters werden im stiftlichen Traditioskodex noch "Wichardus de Tatendorf" (ca. 1150), "Altman der Sohn Altmannis de Tatendorf" (zwischen 1168 und 1186) sowie "Wachun und Eberhard de Tatindorf" (zwischen 1196 und 1216) angeführt.
Bereits Mitte des 12.Jhdt´s wird Tattendorf dem Kloster "Neuburg" zugehörig genannt und in der Besitzbestätigungsurkunde des Klosters vom 27.Dezember 1146 als "Tetendorf" aufgezählt.Als Grundherr von Tattendorf wird das Stift Klosterneuburg von nun an bis zum Jahre 1848 das wirtschaftliche Leben und die sozialen sowie rechtlichen Belange des Ortes und seiner Bewohner in hohem Maße beherrschen.
Das älteste der stiftlichen Urbare (Grundbücher) aus dem Jahre 1258 weist Tattendorf als eigenes Amt aus und gibt erstmals einen Hinweis über die Größe des Ortes.Es ist zu entnehmen, daß das Stift hier 13 beneficien und 12 curtes besaß. Unter "beneficium", später auch Lehen genannt, verstand man dabei die ursprüngliche landwirtschaftliche Betriebseinheit, bestehend aus dem bäuerlichen Wohnhaus, den Wirtschaftsgebäuden und den zu jedem Haus gehörenden und mit diesem fest verbundenen Äckern, den sogenannten "Hausgründen". Diese Hausgründe waren in gleicher Reihenfolge wie die Häuser aneinandergrenzten, auch in den drei Fluren dem Steinfeld, dem Mitterfeld und dem Dornfeld aneinandergereiht.
Sie waren ursprünglich (für jedes Haus) gleich groß und hatten eine Gesamtfläche von jeweils 24 Joch, also je 8 Joch in jeder der drei Fluren (Dreifelderwirtschaft). Neben den "beneficien" stellten die "curtes", die späteren "Hofstätten", die zweite herrschaftliche Bewirtschaftungsform dar. Sie verfügten über keine dazugehörigen Hausgründe, hatten also keine Äcker zugeteilt und waren den Handwerkern, den landwirtschaftlich Gewerbetreibenden und Taglöhnern zugedacht. Auch in den folgenden urbariellen Aufzeichnungen aus den Jahren 1303/1306, 1316/1320 sowie 1340 bleibt die Anzahl der genannten Anwesen mit 13 Lehen und 12 Hofstätten unverändert.
Lagemäßig umfaßte der Ort ursprüglich das sogenannte "Obere Ort", die "Kirchgasse", sowie das "Untere Ort" mit Ausnahme der östlichen, in Richtung Triesting gelegenen Häuserzeile. Die Hofstätten befanden sich in der Kirchengasse und im auslaufenden "Unteren Ort" Richtung Baden. Später wurden die Besitzungen nach und nach geteilt und es entstanden bei gleichbleibender Konfiguration des Ortsumfanges auch Halb-, Viertel- und Achtellehen.
Im Jahre 1512 wird uns die Zahl der Häuser in Tattendorf mit 39 angegeben. Diese Zahl bleibt in weiterer Folge bis in die Mitte des 18. Jhdt´s unverändert. Im ersten Urbar vom Jahre 1258 findet sich auch der erste Hinweis auf den Weinbau. Wenn auch nicht von jener Bedeutung wie heute, so zeugt doch das darin genannte "perchrecht" für eine schon jahrhunderte alte Tradition Tattendorfs als Weinbauort.
Die früheste kirchliche Organisation, die den Ort betrifft, ging von der Mutterpfarre Traiskirchen aus. Im Zuge der Kolonisierung unseres Gebietes war dort bereits im 11.Jhdt. eine Kirche errichtet worden. Als ursprünglich landesfürstliche Eigenpfarre übergab im Jahre 1113 der Markgraf Leopold III. sie dem Stift Melk. Wie bei allen alten Pfarren war auch der Seelsorgebereich dieser Mutterpfarre von großem Umfang und umfaßte insgesamt das Gebiet von nicht weniger als 21, heute selbständigen Pfarren. In einer vom 7.Jänner 1120 stammenden Urkunde wurden die Grenzen wegen des Zehentbezuges genau bestimmt. Dabei werden auch viele Orte unseres Gebietes erstmals urkundlich erwähnt. So auch der im heutigen Gemeindegebiet von Tattendorf gelegene und später zugrundegegangene Ort "Hartwartisdorf". Mit zunehmender Bevölkerung und zur Erleichterung der Seelsorge sind nach und nach auch in den einzelnen Orten des ursprünglich riesigen Pfarrbezirkes Filialkirchen errichtet worden. So berichtet uns eine Urkunde aus dem Jahre 1187 über die Genehmigung zur Errichtung einer Hilfskirche in Tattendorf, Hartwartisdorf und Gebendorf (zweiter zugrundegegangener Ort im heutigen Gebiet von Tattendorf).
Weitere Nachrichten aus der Zeit der Anfänge der Pfarre Tattendorf sind nur spärlich vorhanden. Möglicherweise wurde bei dem im Jahre 1312 zwischen dem Bischof Bernhard und dem Stifte Melk gemachten Vertrag, daß auf jene Filialen der Mutterpfarre Traiskirchen, wo sich schon Kirchen befanden, eigene Seelsorger gestellt werden sollten, auch Tattendorf mit einem Priester versehen. Der erste schriftliche Nachweis, daß Tattendorf zu einer eigenen Pfarre erhoben worden ist finden wir in einem Schreiben des Abtes Ludwig von Melk vom 27.Februar 1390, worin unter anderem auch die hiesige Kirche aufgefordert wird ihre Zinse zu entrichten. Demnach bestand zu jenem Zeitpunkt in Tattendorf schon eine selbständige Pfarre über die das Stift Melk die Patronatsrechte ausübte.Als der Weltpriester Matthias Schick die Pfarre Traiskirchen von dem Stifte Melk erhalten hatte, entstand zwischen ihm und dem Stift über das Patronat der Kirche zu Tattendorf ein Streit, in dem besagter Pfarrer vorgab, daß dieses Patronat nicht dem Stifte, sondern dem Pfarrer von Traiskirchen zustehe.
Nachdem der Streit längere Zeit vor dem Passauer Offiziale zu Wien geführt worden war, unterwarfen sich beide Teile dem Ausspruche zweier Schiedsrichter, die dem Stifte sein altes Recht zuerkannten, und Bischof Georg von Passau bekräftigte im Jahre 1412 diesen Ausspruch.
Am 29.September 1435 werden uns mit "Georgius" und "Thomas" erstmals zwei Priester der Pfarre Tattendorf namentlich genannt. Mit Conrad Schwaihs im Jahre 1520 und Jakob Ramtaschl 1521/1524 finden wir die Namen weiterer Seelsorger. 
Nachdem die Pfarrkirche 1529 den Verwüstungen der Türken zum Opfer fiel und "zugrunde abprennt" und "verheert" war, dauerte es mehr als 40 Jahre bis sie und der Pfarrhof mit Hilfe und Unterstützung des Probstes zu Klosterneuburg wieder errichtet wurden.Als dann das Stift Klosterneuburg mit Leonhardus Springinsfeld und danach mit Georg Stocker in Tattendorf auch zwei Kapläne zur Betreuung der sich von Melk und Traiskirchen vernachlässigt fühlenden Christengemeinde einsetzte, entbrannte zwischen dem Stift Melk und Klosterneuburg ein langwieriger Streit um die Patronatsrechte der hiesigen Pfarre, welcher schließlich am 19.Jänner 1585 dahingehend entschieden wurde, daß der Abt zu Melk dem Probst von Klosterneuburg die Vogtei und Lehenschaft der Pfarre Tattendorf gegen eine Abfindungssumme übergab.
Das Stift Klosterneuburg war somit ab diesem Zeitpunkt nicht nur Grundherr und Ortsobrigkeit von Tattendorf, sondern erwarb dazu nun auch die kirchlichen Rechte.
Von dieser Zeit an blieb das Stift Klosterneuburg im ungestörten Besitz der Pfarre Tattendorf und besetzte sie bald mit Weltpriestern, oft aber auch mit Chorherren. Als erster Stiftsgeistlicher wird am 29.März 1597 ein Pfarrer namens "Nikolaus Gacke" eingesetzt. Die Pfarrkirche wurde 1683 abermals von den Türken zerstört und danach von Grunde auf neu erbaut.
Die Arbeiten dauerten von 1693-1695 und wurden von dem Pfarrer und Chorherrn Hieronymus Staidl geleitet. 
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