INHALT:

GRÜNDUNG DER KIRCHE

 

NUTZUNG DES GEBÄUDES IN DER VERGANGENHEIT

 

BESCHREIBUNG DER KIRCHE

 




GRÜNDUNG DER KIRCHE

 

1187 berichtet eine Urkunde über die Genehmigung zur Errichtung einer "Hilfskirche“ in Tattendorf.

Bei den Schneidearbeiten hat man herausgefunden, dass ein Teil noch viel älter sein kann und aus der karolingischen Zeit (9-10 Jahrhundert) stammen dürfte. Daraus könnte man schließen, dass zu dieser Zeit schon eine Ortschaft existierte, wodurch Tattendorf wieder „ein bisschen älter“ wäre. Eine genauere Datierung ist erst nach Abschluss der archäologischen Arbeiten möglich.

In der unteren Zeichnung wird dargestellt zu welcher Zeit was umgebaut, erneuert oder zugebaut wurde.





 

 

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NUTZUNG DES GEBÄUDES IN DER VERGANGENHEIT

 

Im 11. und 12.Jhd gehörte zu einer planmäßigen Gründung eines Dorfes eine Befestigungsanlage dazu, der den Sitz des Anführers des Dorfes darstellt (vermutlich Adaloldus, Kuenringer). Diese Sitze waren hausbergartig (mit Wällen, Gräben und Palisaden8) befestigt und boten in Notzeiten Schutz für die Ortsbewohner samt ihrem Vieh.

Die Kirche in Tattendorf dürfte auf so eine Burganlage zurückgehen. Das Gebiet um die Burganlage dürfte früher versumpft und reich bewässert gewesen sein.

Ein Wasserlauf dürfte entlang der hinteren Dorfgrenze geführt haben, der auch die Burggräben mit Wasser füllte. (Burggräben siehe unten) 8 Palisaden: dicht nebeneinander in die Erde gerammte, oben zugespitzte Pfähle. Palisaden wurden als Hindernis bei Befestigungsanlagen verwendet.

Das Haus hätte 3 Geschosse gehabt, flache Holzdecken mit Unterzug.

1187 berichtet eine Urkunde über die Genehmigung zur Errichtung einer „Hilfskirche“ in Tattendorf.






BESCHREIBUNG DER KIRCHE

 

SPÄTROMANISCHES SCHIFF

Die Wände sind aus groben, lagerhaften Bruchsteinen. Bauzeit etwa 2. Drittel 13 Jahrhundert.

 

GOTISCHER CHORBAU

Bauzeit ca. 1.Viertel 14. Jahrhundert Im Osten wurde er etwas verschmälert, er ist zweijochig mit Kreuzgewölben (Steingussgewölbe) und einer Jochteilungsrippe. Es hat Birnstabrippen mit breiten Blatt vorne und gekehlten Abfangungen. Die Schlusssteine sind mit Lamm und Dreiblatt. (Mauerstärke 120cm) Das Ostfenster ist noch erhalten, ca. 280cm hoch und 98cm breit, mit gekehltem Gewände. Das Südfenster ist stark verändert.

 

GEWÖLBE

Tonnengewölbe mit niederen Stichkappen, mit Ziegelgurtverstärkungen am Dachboden (Ziegelgewölbe). Dieses Gewölbe zieht sich auch über das letzte Joch (Orgelempore) hinweg.

 

GRABPLATTE

Aus der Spätrenaissance findet sich eine Grabplatte in der Süd-Ost Ecke des Schiffes:

63 x 35cm groß, aus Sandstein, oben sind zwei ovale Reliefs mit Ritterhelmen, unten mit Antiqua-Schrift, die gut freizulegen ist.

 

TURM

Spitzdach, seine seitlichen Zubauten (Wendeltreppe) sind barock.

 

PILASTER

bei Renovierungen in der Barockzeit dazu gemauerte vorgesetzte Pilaster aus Ziegel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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HISTORISCHES ZUR KIRCHE

 

1187

berichtet eine Urkunde über die Genehmigung zum Bau einer Hilfskirche

 

1390

erste Nennung einer eigenständigen Pfarre in Tattendorf

 

1529

durch die Türken niedergebrannt – 40 Jahre bis zur Wiedererrichtung.

 

1619

(Bethlem Gabor) Ungarn brannten den Ort nieder und plünderten die Kirche „ganz und gar“.

 

1672

Auffindung eines Marienbildes bei der „heyligen Aichen“ _ Wahlfahrt zu Tattendorf

 

1673

Es wird der Befehl erteilt das Gnadenbild Mariens nach Wien zu bringen, die errichtete Kapelle abzureißen und die Eiche umzuhauen.

 

1683

Kirche wurde abermals durch die Türken niedergebrannt

 

1693-95

Wiederaufbau.

Die kleinen Romanischen Fenster wurden durch große Rundbogenfenster ersetzt. Statt der bisher flachen Holzdecke wurde ein Tonnengewölbe mit niederen Stichkappen eingezogen, mit Ziegelgurtverstärkungen

am Dachboden (Ziegelgewölbe).

Keine Kirchenerweiterung

Der Turm an der Westseite erhielt einen Zwiebelhelm aufgesetzt.

Der Bildhauer Veith Sennes aus Baden liefert die heute noch erhaltene Kanzel.

 

1740

Kirchenbrand

der gänzliche Pfarrhof samt den Kirchenschriften in Asche gelegt.

 

1743

Kirchenneubau

Am 18. April 1873 brannte die Kirche ein weiteres mal. Innerhalb von 2 Stunden nach Ausbruch des Feuers stand der Pfarrhof in Flammen. Die Kirche wurde stark beschädigt, doch im Inneren und der Sakristei ist nichts geschehen, sodass die Abhaltung des Gottesdienstes vorläufig keine Störung erleidete.

 

1873

Kirchenbrand danach Umbau und Renovierung.

Am 1.August 1873 wurden die Grundfeste zum jetzigen neuen Pfarrhof gelegt. Zugleich wurde auch mit der Vergrößerung der Kirche angefangen.

Der Turm von der Sohle bis zum Kranz 16 Klafter(1) hoch wurde von Grund aus neu gebaut, der Musikchor etwas weiter rückwärts verlegt, so dass die Verlängerung des alten Gotteshauses eine im ganzen 4 Klafter beträgt.

 

Die BEICHTKAPELLE wurde an der Südseite des Chores neu angebaut.

Der TURM erhielt ein neues, steiles Spitzdach (Pyramidenhelm) statt des Zwiebels.

Die gesamte FASSADE wurde neu gestaltet (riesige Mörtelstärken)

Die FENSTER wurden biedermeierähnlich gestaltet.

Die EINGÄNGE erhielten Barockportale, alles aus Mörtel nachgebildet.

 

1888

Juli 1888 wurde die Pfarrkirche Tattendorf durch einen Sturm stark beschädigt.

Es wurde der Turm, das Dach, die Außenseiten der Mauern, verschiedene Fenster und teilweise das Innere in Mitleidenschaft gezogen.

 

1944-45

große Bombenschäden an der Fassade

 

1948

Renovierung

 

1983-85

Generalrenovierung der Außenfassade und Neugestaltung des Kirchenplatzes

 

2002

Die Pfarrkirche wurde durch ein Hochwasser schwer beschädigt

 

2003

Beginn der Generalsanierung

 

Am 5.Juni wurde in einer versteckten Mauernische im gotischen Chor der Pfarrkirche Tattendorf eine Flasche mit einem darin enthaltenen Brief entdeckt. Der Brief ist auf rohem Kartonpapier mit einem Maurerbleistift geschrieben. Verfasst wurde er von zwei verschiedenen Personen, wobei der zweite Teil unregelmäßiger ist als der Erste. Daher waren in diesem Teil einzelne Wörter nicht lesbar; diese Stellen sind im Folgenden durch Auslassungszeichen (…) markiert.

 

Originaltext:

Im Jahre 1899 im August wurde diese Kirche unter dem hochw. Herrn Pfarrer P. Marcelinus Stoppel vom Stifte Kloster Neuburg restaurirt von dem Maurermeister Martin Tuschmandl aus Allerhausen seinen Maurern Ivanschutz Stefan Johann Fürst aus Ungarn welche im Presbyterium (2) den alten Verputz abschlugen und neu verputzen.

Die Malerei wurde von dem Kirchenmaler Franz Schäfer in Wien geb. zu Karlstadt in Unterfranken geb. anno 1844 gemalt mit seinen Gehilfen Lorenz Aman aus Wien.

Bei dem Wirt (…) Lechner Witwe und ihren Söhnen Franz und Anton etz. speisten wir Bier 1 Liter 14tu (Heller) Wein 1 Liter 40-

Große Unruhe u. Unfrieden Allgemein zwischen den Nationen?

Wir überlassen dieses Euch mit dem Bemerken: Verlasset Gott nicht! So wird er Euch aber nicht verlassen, wie viele es noch heute thun u. viele nicht.

Wir wünschen Euch Einigkeit zusammen halten Aufrichtigkeit – welche heute ganz fehlt.

Kaiser Franz Josef feierte im vorigem Jahre sei 50. jähriges Regierungsjubiläum

Es ist in diesem Jahre große Trockenheit viel Sturm wenig Regen, die Leute im allgemeinen

viele Gottlos drum wenig Segen.

Habt Ihr Euch gebessert? Gott gibs so habt Ihr auch in Ihm viel Glück u. Frieden Lebet wohl vertraget Euch gut u. behertzt unseren guten Rath so sei Euch Gott Gnad.

Tattendorf im August 99

 

 

 

(1) Klafter: altes Längenmaß (=6Fuß), Die Spannweite der seitlich ausgestreckten Arme war eine Klafter. Die Länge war örtlich

verschieden und schwankte zwischen 1,7 und 2,5m. Heute ist Klafter noch ein Raummaß für Holz (etwa 3.338m²)

 

(2) Presbyterium: Altarraum, Chor


 

 

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Auszug aus der Diplomarbeit (HTL) 2004 "Restaurierung der Kirche Tattendorf" , Katharina Mitterer

Quelle für Inhalte: DI Josef Mitterer